Wildkatzentag

Heimlich und verborgen wohnt die Wildkatze in den Wäldern des Eggegebirges. Wie man allerdings die wilde Verwandte der Hauskatze erkennen kann und wo und wie sie lebt, war der Schwerpunkt des Wildkatzentages für Kinder, die sich als Forscher auf die Suche nach Spuren der Wildkatze begaben. Sie haben ihre Sinne erprobt, Haare von einem Lockstock ab gesammelt und Pfotenabdrücke aus Gips erstellt. Ein Höhepunkt war allerdings ein Fuchs, der völlig entspannt an uns vorbei lief, während die Kinder den Geräuschen des Waldes lauschten.
Mit Jan Preller ( Wald und Holz NRW, Naturschutzzentrum Steinbeke) und Norika Creuzmann ( Waldpädagogin, UBI) haben  die Kinder spielerisch eine Menge über die Wildkatze und  ihre Lebensweise  erfahren und was wir Menschen für die Wildkatze tun können.

Jan Preller
Jan Preller
Wo lebt die Wildkatze
Wo lebt die Wildkatze
Lockstock
Lockstock

 

Alexander
Alexander
Haarprobenbegutachtung
Haarprobenbegutachtung
Riechproben
Riechproben
Wildkatze auf Beutefang
Wildkatze auf Beutefang
Spuren
Spuren
Spuren vom Wolf, Luchs, Fuchs, Dachs und Wildkatze
Spuren vom Wolf, Luchs, Fuchs, Dachs und Wildkatze

Spechtklopfen statt Vibrationsalarm

 Spechtklopfen statt Vibrationsalarm

UBI-Waldaktion des Jugendtreffs Schlangen – Oesterholz                       Bad Lippspringe. Wie erkundet man einen fremden Wald ohne dauernd auf sein Handy zu starren? Und was ist zu tun, wenn die Wetter-App gar keinen Regen gemeldet hat, es aber aus Kübeln schüttet? Kinder des Jugendtreffs Schlangen /Oesterholz erforschten jetzt gut gerüstet den Wald. Und zwar mit wetterfester Kleidung, Becherlupe und Bestimmungsbuch – aber eben ohne das allgegenwärtige Mobiltelefon. Begleitet wurde die Gruppe von den drei Waldpädagogen Andreas Moese, Norika Creuzmann und Bernhardine Denzin von der Umweltbildungsinitiative OWL (UBI).   Start war am Naturschutzzentrum an der Steinbeke in Bad Lippspringe. Kein Handybimmeln erregte hier das Interesse der Kinder, sondern die summenden Insekten eines Bienenstocks. Eine gute Gelegenheit, die Nektarsammler still aus der Nähe zu beobachten und den Erklärungen zur Arbeits-und Lebensweise der Bienen von Andreas Moese zu folgen.

Dass die aufgeworfene Erde auf einer benachbarten Wiese von Maulwürfen stammen wussten die Kinder bereits. Aber der zerwühlte Boden am Waldrand? Das konnte unmöglich von den kleinen Maulwürfen herrühren. Hier haben Wildschweine im Boden nach Nahrung gesucht, erfuhren die staunenden Kinder.  Ein fernes Klopfen stammte nicht von einem Vibrationsalarm, sondern von einem Specht: Seine Wohnungen entdeckten die jungen Naturforscher im Totholz von stehenden und liegenden Bäumen. Beinahe wie bestellt  sauste dann sogar ein Sprung Rehe an der Gruppe vorbei.                                                                                                                Dann ging es ins Detail: Interessante Pflanzen, Fraßspuren, kleine Tiere oder Knochen wurden entdeckt. „Was ist das?“ „Von welchem Tier stammt das?“ Moese beantwortete geduldig die vielen Fragen. Dass Moos ein wichtiger Wasserspeicher ist, erster Sauerklee sprießt, Scharbockskraut viel Vitamin C enthält und zerriebener Bärlauch stark nach Zwiebeln riecht erfuhren die Kinder hautnah.                     Aber Vorsicht! Es gibt auch den gefleckten und nicht gefleckten Aronstab – der ist giftig und darf nicht mit Bärlauch verwechselt werden. Dass bei der Waldexkursion besonders auch die Baumarten eine Rolle spielten lag auf der Hand. Dass Holz ein prima Schutz bei Regen sein kann, probierten die Kinder nach einem Picknick aus: Eine Notunterkunft, in der alle Teilnehmer Platz hatten, durfte stehen bleiben und wir vielleicht beim nächsten Mal wieder besucht.  Denn die Frage, ob die Hütte stehen bleibt und ein Ausflug wie dieser nochmals angeboten wird, beantworteten die Mitglieder  der UBI gerne mit ja.

 

Neue Umwelt-Bildungs-Initiative OWL nimmt Arbeit auf

Naturerbe als Programm

Bad Lippspringe. „Wir werden deshalb ein umfangreiches Naturerlebnisangebot für die Egge entwickeln, um allen Menschen in der Region die Chance zu geben, dem Schatz vor ihrer Haustür mit allen Sinnen begegnen zu können“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel am Mittwoch bei der Vorstellung des Naturerbes Buchenwälder – und spricht damit der Umwelt-Bildungs-Initiative OWL (UBI) aus der Seele. Der in Bad Lippspringe neu gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vermittler zwischen Mensch und der unberührten Natur vor der Haustür zu sein.                                   Als NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann im Juni 2014 beim „Tag der Parke“ die vielen Preise für die Gewinner des Schulwettbewerbs mit 18 Klassen aus neun Schulen überreichte, da war den Organisatoren klar, dass sie fruchtbaren Boden beackerten. Rund 450 Schüler waren begeistert und wollten gerne erneut zu Themenschwerpunkten unter der Führung von Fachleuten den Wald erobern. Dies will die daraus entstandene UBI weiterhin ermöglichen. Ein weiteres Projekt ist die Konzeptentwicklung zur Profilgebung der noch jungen Gesamtschule Bad Lippspringe, die Naturerbeschule werden möchte. Dabei geht es nicht um ein bloßes Etikett, dass sich die Einrichtung aufkleben möchte, sondern um eine Vertiefung der verschiedensten Unterrichtsthemen, um Schulprojekte, um das Erleben des außerschulischen Lernortes Wald – und das möglichst über Schülergenerationen hinweg.                                                       Gleichzeitig möchte UBI weitere Schulen in OWL gewinnen, die ebenfalls einige ihrer Unterrichtsschwerpunkte in Richtung Umwelt ausrichten möchten. Auch Kindergärten sollen hier hineingewoben werden, um so interessierten Eltern die Möglichkeit geben zu können, ihren Kinder bei ihrer schulischen Laufbahn eine ununterbrochene Kette von Umweltbildungsschwerpunkten vermitteln zu können.         Dem Vorstand um die beiden Vorsitzenden Matthias Schmitt und Frederick Lüke schwebt die Vermittlung von Wissen über die Umwelt und die Weitergabe von früheren Erlebnissen in Heimat und Natur vor.  Dabei will die UBI mit anderen Organisationen und Einrichtungen kooperieren .  Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Hochstift, ist bereits offizieller Partner. Kooperationen mit den heimischen Naturschutzverbänden, Waldpädagogen und weiteren Akteuren sind in Planung.

Wollen wichtiges Wissen über die heimische Natur vermitteln: Die Mitglieder der neuen Umwelt-Bildungs-Initiative OWL.
Wollen wichtiges Wissen über die heimische Natur vermitteln: Die Mitglieder der neuen Umwelt-Bildungs-Initiative OWL.

 

 

Presse

 

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Dieser Artikel stand am 13. Februar in der Neuen Westfälischen – und er spricht der UBI aus der Seele.

Hier ist darum der vollständige Text der Studie der Deutschen Wildtier-Stiftung:

Die Emnid-Umfrage, die von der Deutschen Wildtier Stiftung in Auftrag geben wurde, zeigt eine erschreckende Naturferne von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren.

Immer weniger Kinder in Deutschland dürfen auf Bäume klettern, im Wald spielen oder haben die Möglichkeit, Wildtiere zu beobachten. Die Emnid-Umfrage, die von der Deutschen Wildtier Stiftung in Auftrag geben wurde, zeigt eine erschreckende Naturferne von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren. So sind 49 Prozent in dieser Altersgruppe noch nie selbständig auf einen Baum geklettert!

Was vor wenigen Jahrzehnten selbstverständlich war, ist heute selten geworden: Kinder, die draußen in der Natur spielen und herumtoben, auf Bäume klettern, Wildtiere beobachten und Bäche anstauen. „Einer der Gründe könnte die neue Ängstlichkeit der Eltern sein“, sagt Michael Miersch, Geschäftsführer des Forum Bildung Natur. Eine große Mehrheit findet es gefährlich, ihr Kind im Wald spielen zu lassen. Im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung legte das TNS-Emnid-Institut 1003 Eltern folgende Frage vor: „Eine Mutter erlaubt ihrem zehnjährigen Sohn, mit einem Freund im Wald zu spielen. Die Mutter des Freundes ist dagegen. Sie findet, das ginge nur, wenn ein Erwachsener auf die Kinder aufpasst. Wer hat Ihrer Meinung nach Recht?“ 53 Prozent der Befragten stimmten der ängstlichen Mutter zu.

Auch die Beobachtung von Wildtieren gehört für viele Kinder heute nicht mehr zu selbstverständlichen Erlebnissen. 22 Prozent der Eltern gaben an, dass ihre Kinder „nie oder fast nie“ ein frei lebendes Tier zu Gesicht bekommen. „Auffallend ist, dass sich mit dem Alter der Befragten die Einstellung ändert“, betont Miersch. „Man kann sagen: Je jünger die Eltern sind, desto ängstlicher sind sie!“ So sagten 58 Prozent der über 50jährigen: „Ja, mein Kind ist ohne Hilfe auf einen Baum hochgeklettert!“ Aber nur 33 Prozent der unter 29jährigen Eltern beantworten diese Frage mit „ja“.

„Das elementare Wissen über Wildtiere und Pflanzen vor unserer Haustür schwindet rasant“, sagt der Geschäftsführer des Forum Bildung Natur der Deutschen Wildtier Stiftung, Michael Miersch. Dass diese Entwicklung dramatische Folgen hat, beweisen die Ergebnisse, die in dem Buch „Startkapital Natur“ (Oekom Verlag) zusammengefasst sind. In 150 internationalen Studien wird in dem Buch belegt, wie wichtig Naturerfahrungen für die kindliche Entwicklung sind. Spielen im Wald, auf Wiesen und an Bächen fördert nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern auch das Sprachvermögen, das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz. Die sozial- empirischen Befunde sind leicht verständlich, anschaulich und übersichtlich aufgearbeitet. „Startkapital Natur“ entstand in Kooperation des Forum Bildung Natur mit den Erziehungswissenschaftlern Andreas Raith und Prof. Armin Lude von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

„Unser Fazit steht fest: Kinder und Jugendliche brauchen mehr Naturerfahrungen“, sagt Michael Miersch. Er sieht in der Naturbildung für Kinder und Jugendliche eine „gesellschaftliche Herausforderung“ und eine „dringende Notwendigkeit“.

Das Forum Bildung Natur ist mit dem Standort Berlin der Bildungszweig der Deutschen Wildtier Stiftung und engagiert sich für die Naturbildung für Kinder und Jugendliche.

Der Natur auf der Spur