Urban Gardening

 

Bad Lippspringe zählt aktuell 16.000 Einwohner, liegt mitten im Kreis Paderborn und ist eingebettet in eine einmalig reizvolle Landschaft. Im Norden locken Eggegebirge und Teutoburger Wald zu ausgedehnten Rad- und Wandertouren, im Süden bildet sich die malerische Silhouette der Senne mit ihrer urwüchsigen Heidelandschaft ab.

Aktuell läuft die Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe (LGS), die in vielerlei Hinsicht einzigartig ist. Sie ist die erste Gartenschau in Nordrhein-Westfalen, die vor einer Wald-Kulisse stattfinden wird.

Eine Besonderheit Bad Lippspringes ist die direkte Verbindung zwischen Innenstadt und Kurwald, die ein bislang einmaliges Szenario für die Landesgartenschau darstellt. Über eine 900 Meter lange Flaniermeile durch die Fußgängerzone sind diese miteinander verbunden.

Um den Besucherinnen und Besuchern der Landesgartenschau das Themenfeld „Urban Gradening“ näher zu bringen, besteht die Idee einer Präsentation inmitten der Fußgängerzone von Bad Lippspringe. Die Besucher der Landesgartenschau sollen auf ihrem Weg von einem Gartenschauareal zum anderen auf diese „andere Art des Gärtners“ aufmerksam und informiert werden.

Heute leben 50% der Menschen in Städten, 2025 werden es laut UNO über 60% und 2050 über 70% sein. Diese Zahlen werfen die existenzielle Frage auf: Wie können wir Städter uns in Zukunft ausreichend ernähren, ohne die gegenwärtigen damit einhergehenden enormen Umweltschäden, soziale Ungerechtigkeiten, produziertem CO2 , Ressourcenverschwendung etc.?

Unter Urban Gardening verstehen wir andere Formen gemeinschaftlichen Gärtnerns mitten in der Stadt. Im Unterschied zu den Kleingärten wird kein privates Refugium gesucht, sondern es soll bewusst „eine andere Stadt gepflanzt werden“. Brachflächen und andere vernachlässigte Orte werden in grüne, lebensfreundliche Umgebungen für alle verwandelt. Der Gemeinschaftsgarten ist nicht nur ein Ort der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse, sondern auch des Lernens und der Kommunikation, z.B. mit der Stadtplanung oder der Nachbarschaft. Urbane Gärten sind offene Orte, alle haben Zugang und erfahren, woher die Lebensmittel kommen und was biologische Vielfalt bedeutet.

Das Gärtnern schafft einen Rahmen für städtische Naturerfahrung, für Selbermachen, für Begegnung und Gemeinschaft und ermöglicht auch weitergehendes Engagement. Brachen werden bepflanzt, praktische Lernorte für Kinder entstehen.

Wo Gemüse wächst, gedeihen auch neue soziale, ökologische und ökonomische Formen des Zusammenlebens. Und nicht nur das: Unsere Städte werden auch schöner und grüner.

Aktuelle Herausforderungen unserer Zeit werden aufgegriffen und höchst pragmatisch mitten in der Stadt bearbeitet – der Klimawandel, der Mangel an Grün- und Freiflächen, die schleichende Privatisierung des öffentlichen Raums, die Sortenarmut in den Supermärkten u.v.m. Auch ohne eigenen Garten gibt es in der Stadt viele Möglichkeiten selbst Gemüse anzubauen, Obst zu ernten und mit neuem Grün, Blumen und gemeinsamem Gärtnern die Stadt schöner und lebenswerter zu machen. Wir wollen zeigen wie Städter auch auf kleinstem Raum, mit einfachsten Mitteln und mit wenig Ressourcen und Zeitaufwand gesunde und leckere Lebensmittel selbst produzieren.

Urban Gardening soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene für das Naturerleben begeistern. Dies soll unter ökologischen, ökonomischen und sozial-kulturellen Gesichtspunkten auf der Grundlage der Nachhaltigkeit insbesondere für den Lebensraum Stadt erfolgen. Werte wie Respekt vor Natur und Umwelt und verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen sowie Verantwortung und Sorge für die nachfolgenden Generationen sollen vermittelt werden.

Damit dieses Projekt verwirklicht werden kann, wird es von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert und vom Kreis Paderborn unterstützt.

www.sue-nrw.de

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