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Der Wald spricht viele Sprachen – Fazit

Die UBI-Unterstützer sind nach ihrer Premiere ebenso angetan von der Waldaktion wie die Kinder, die am ersten Schultag nach den Osterferien von nichts anderem sprachen als von ihren Erlebnissen.     Der Umwelt-Bildungs-Initiative geht es ähnlich. Für ihre Mitglieder ist klar, dass noch etliche Wiederholungen folgen sollen. Das Fazit der Gruppe: Die Kinder konnten für drei Tage nicht nur aus ihrem Alltag entfliehen. Sie hatten Gelegenheit, einen so ungewöhnlichen wie anregenden Einblick in den Wald, in die Sprache und die Mentalität ihrer neuen Heimat zu werfen.​

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Der Wald spricht viele Sprachen – Bericht der NW

Der Wald versteht alle Sprachen

Flüchtlingskinder: 18 Mädchen und Jungen aus sieben Ländern erkunden drei Tage lang die Natur. Einige von ihnen wollen am liebsten am Sonntag gleich wieder vorbeischauen

Von Jutta Steinmetz
Paderborn. Adnan ist zehn Jahre alt und hat eine neue Bekanntschaft gemacht, die seine ganze Begeisterung gefunden hat. Drei Tage lang zog er mit anderen Kindern durch den Wald. Unter dem Motto „Der Wald spricht viele Sprachen“ hatte die Umweltbildungsinitiative Ostwestfalen (UBI) Flüchtlingskinder eingeladen, tief einzutauchen in ein Naturphänomen, das als typisch deutsch gilt.

Aber auch Adnan, 2015 zusammen mit Schwester Falak und den Eltern nach langer Flucht aus Syrien über Libyen und Italien in Paderborn angekommen, kann den stattlichen Buchen, die nahe dem Naturschutzzentrum Steinbeke wachsen, den sprießenden Sträuchern und dem fröhlichen Vogelgezwitscher nicht widerstehen. „Sonntag will ich wieder hier hin“, sagt der Zehnjährige, während er am Ende der 19-köpfigen Kindergruppe den Hang hinaufstapft.

Warum die elfjährige Falak viele Runden um eine Waldwiese dreht

Für ihn und die meisten anderen Jungen und Mädchen ist es das erste Mal, dass sie einen Wald betreten, hier spielen und herumtollen dürfen. Und so rennt Falak begeistert Runde um Runde, als die Kinder eine große, saftig grüne Wiese am Waldrand erreichen. „Ich muss jetzt einfach mal laufen“, sagt die Schülerin. „Sie ist begeistert von der Weite“, erklärt UBI-Mitglied Gerda Werth.

Da sind Murad und Fadaya schon ein bisschen abgeklärter. Sie kennen Wald aus ihrer Heimat Aserbaidschan. Als Ranger Carsten Wiethoff (Wald und Holz NRW) und UBI-Waldpädagogin Norika Creuzmann ganz zu Anfang die fünf wichtigen Waldregeln erklären, sind die für die Geschwister nicht neu. Auch in den Wäldern ihrer alten Heimat dürfen keine Pflanzen herausgerissen, keine Tiere verletzt, darf kein Weg verlassen, kein Müll weggeworfen und kein Lärm gemacht werden, erzählen die beiden.

Nach der Beschwörung aller guten Waldgeister geht?s los. Da werden Tierlaute erlauscht, Spuren erspäht, Bäume ertastet, eichhörnchengleich Nüsse versteckt und gefunden, aber es wird auch viel gesprochen und gefragt.

Ausgedacht hat sich das Programm die Waldpädagogin Norika Creuzmann, die von Ranger Carsten Wiethoff (Wald und Holz NRW) ebenso unterstützt wird wie von den UBI-Mitgliedern Matthias Schmitt, Uli Mertens, Ludger Schütte, Anna Heyne-Mudrich und Heidrun Greine. „Vor allem geht es darum, dass die Kinder den Wald erleben“, erklärt Creuzmann. Dass sich jetzt Flüchtlingskinder zwischen den Bäumen tummeln, das mache keinen Unterschied zu den Gruppen, die sich sonst einfinden. Die 18 Mädchen und Jungen, die aus sieben Ländern stammen, sind ebenso freiheits- und bewegungsliebend, ebenso wissbegierig und interessiert wie andere Kinder auch.

Und ebenso neugierig. So mag Sheila nicht aufgeben, als sie einen prächtigen Käfer entdeckt, der sich aber immer wieder zu verstecken versucht. Begeistert, aber liebevoll nimmt sie ihn auf die Hand, führt das Insekt ihren Mitstreitern, aber vor allem Carsten Wiethoff vor. Zu gern möchte sie wissen, was sie da gefunden hat. Der Ranger lacht, fotografiert das Krabbeltier, das dann seine Freiheit wiedererhält, und verspricht, nach der Rückkehr ins Naturschutzzentrum Fachbücher zu Rate zu ziehen.

Weitere Waldprojekte sind geplant – auch für Erwachsene

„Dieses Projekt wird fortgeführt und ausgebaut“, sagt Norika Creuzmann und freut sich, dass das Schlänger Autohaus Deckers einen Bulli für das Abholen der Kinder zur Verfügung stellte – ebenso wie der Landesbetrieb Wald und Holz, der Caterer-Betrieb Esslust für einen schmalen Kostenbeitrag Frühstückspakete beisteuerte und auch die evangelische Frauenhilfe als Förderin mit im Boot war. Weitere Pläne werden geschmiedet. Denn UBI will auch erwachsene Flüchtlinge in den Wald locken. Eine Anmeldung dürfte da bereits sicher sein. Der Vater der kleinen Editha aus Bosnien hätte am liebsten schon bei der Kinderaktion mitgemacht.IMG_0332

 

© 2016 Neue Westfälische
15 – Paderborn (Kreis), Samstag 02. April 2016

Der Wald spricht viele Sprachen

Mit dem Projekt –  Der Wald spricht viele Sprachen – macht sich die Umwelt-Bildungs-Initiative OWL in Kooperation mit dem Regionalforstamt Hochstift  erneut auf, um mit seinen Besuchern Flora und Fauna erlebbar zu machen.

Dieses Projekt richtet sich an 30 Flüchtlingskinder im Alter  von 6 bis 12 Jahren. Sie werden am Donnerstag, 31. März sowie am Freitag, 1. April und Samstag, 2. April,  in der Zeit von 10 bis 16 Uhr einen tollen Tag im Wald verbringen, die hiesige Natur spielerisch kennenlernen und dabei ihre Zukunftssorgen ein Stück weit vergessen können. Start der Tour  in den Urwald von Bad Lippspringe ist das Naturschutzzentrum an der Steinbeke, Sandweg 49.

Wir organisieren einen Bus, damit die Kinder sicher in den Wald und wieder zurück kommen.

Für ein gemeinsames Mittagessen, sowie Verpflegung zwischendurch ist gesorgt. Dafür erheben wir pro Kind eine Kostenbeitrag von 2 €.

 

Naturerbetag OWL – gelungener Auftakt

Gibt es tatsächlich Kinder, die nicht in Pfützen stampfen, die auf einem Baumstamm keine Balance halten können –  kurz: Die ein „Drinnen“ vor dem Computer dem „Draußen“ in der Natur vorziehen?

Carsten Breder, Frederick Lüke, Volker Wascher, Peter Rüther, Matthias Schmidt, Susanne Haferbeck, Dr.Gertrud Hein, Yuri Kranz, Norika Creuzmann, Martin Hübner
Carsten Breder, Frederick Lüke, Volker Wascher, Peter Rüther, Matthias Schmidt, Susanne Haferbeck, Dr.Gertrud Hein, Yuri Kranz, Norika Creuzmann, Martin Hübner

Doch, die gibt es tatsächlich, erfuhren die rund 65 Teilnehmer des ersten Naturerbetags OWL, der am Freitagnachmittag in Bad Lippspringe stattfand. Ihnen galt darum die besondere Aufmerksamkeit der insgesamt neun Referenten, die auf sich auf sehr unterschiedliche Weise dem Thema der Fachtagung „Ich war noch nie im Wald“ näherten.

 

Dr. Gertrud Hein, NUA NRW
Dr. Gertrud Hein, NUA NRW

Dr. Gertrud Hein von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) malte das erschreckende Bild von Kindern, die laut verschiedener Studien durch Bewegungsmangel krank werden: Ihr Körperbewusstsein, ihre Sinne und ihre Neugier verkümmern ohne die entsprechenden Reize. Für Hein ist das Naturerleben wichtiger Baustein für die gesundheitliche Entwicklung.

Naturerleben – schön und gut. Aber „Wie kann ich schützen, was ich auch erleben will?“ lautete der Titel des Referats von Martin Hübner, Technischer Dezernent der Kreisverwaltung. Er plädierte für die Begehbarkeit auch von Naturschutzgebieten, die in der Nähe von Ballungsräumen liegen.

 

Yuri Kranz, Justiziar Wald und Holz NRW
Yuri Kranz, Justiziar Wald und Holz NRW

In die gleiche Kerbe schlug auch Yuri Kranz, Justiziar beim Landesbetrieb Wald und Holz. Besonders die Veranstalter von Exkursionen spitzten die Ohren, als er über Waldbetretungsrecht, Wegegebot, Gruppengrößen und Sicherheitsaspekte sprach, denn „ein Wanderweg ist kein Bürgersteig“, so das Thema seines Vortrags.

Dass es schöne Angebote und ehrgeizige Pläne zum Naturerleben gibt, davon kündeten die Beispiele aus der Praxis. Susanne Haferbeck schwärmte von den guten Erfahrungen des Wildnis-Camps an der NABU-Umweltbildungsstätte am Rolfschen Hof. Begeisterung weckt der Schulwald Ritterholz bei den Schülern der Sekundarschule Borchen mit zahlreichen ungewöhnlichen Veranstaltungen, berichteten Lehrer und Ranger Volker Wascher und Förster Carsten Breder.

Matthias Schmidt, Konrektor Gesamtschule Bad Lippspringe-Schlangen Norika Creuzmann, UBI
Matthias Schmidt, Konrektor Gesamtschule Bad Lippspringe-Schlangen
Norika Creuzmann, UBI

Eine Richtung, in die auch die im Aufbau befindliche  Gesamtschule Bad Lippspringe eingeschlagen hat: Sie will mit Unterstützung des Landes NRW Naturerbe-Schule werden und dieses neue Label eigens entwickeln, erfuhren die Zuhörer von Konrektor Matthias Schmitt und der Projektleiterin der neuen Umwelt-Bildungs-Initiative OWL, Norika Creuzmann.

WP Kurs Darstellen und Gestalten Gesamtschule Bad Lippspringe-Schlangen
WP Kurs Darstellen und Gestalten
Gesamtschule Bad Lippspringe-Schlangen

Mit einem Rollenspiel begrüßten Schüler die Teilnehmer und der Film „Wurmis Leben“, mit dem die Schule den ersten Platz bei einem Bundeswettbewerb gewann, wärmte manchem das Herz. Über das Netzwerk Naturschule Bielefeld berichtete Peter Rüther von der Biologischen Station Paderborn-Senne: Knapp 10.000 Teilnehmer erlebten dort allein 2014 verschiedene Projekte zum Thema Naturpädagogik.

 

Ausrichter des ersten Naturerbetags war die NUA, der Landesbetrieb Wald und Holz (Regionalforstamt Hochstift)

Peter Rüther, Biostation Roland Schockemöhler, Leiter Regionalforstamt Hochstift
Peter Rüther, Biostation
Roland Schockemöhler, Leiter Regionalforstamt Hochstift

, die Umwelt-Bildungs-Initiative OWL (UBI), das NABU-Umweltbildungshaus im Prinzenpalais und die Biologische Station Paderborn-Senne. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Kreis Paderborn.

 

Moderation Peter Rüther, Biostation Frederick Lüke, UBI
Moderation
Peter Rüther, Biostation
Frederick Lüke, UBI

Der zweite Naturerbetag ist schon in der Mache, kündigte Moderator Frederick Lüke an. Dann aber sollen Informationen nicht vier Stunden im Kongresshaus ausgetauscht werden, sondern draußen, im Naturschatz vor der eigenen Haustür.

 

 

Naturerbetag – Fachtag zur Umweltbildung „Ich war noch nie im Wald“

 

NATURERBETAG

„Ich war noch nie im Wald“

Fachtagung zur Umweltbildung                                                                       Freitag, 18. September, Bad Lippspringe

 

Der neue Naturerbe-Tag OWL beginnt in diesem Jahr mit einem
spannenden Thema der Umweltbildung. Weitere Naturerbe-Tage mit weiteren wichtigen Facetten des Themenfeldes werden
folgen.

„Ich war noch nie im Wald!“

Immer weniger Kinder und Jugendliche sammeln authentische Naturerfahrungen. „Naturerlebnisse vor der eigenen Haustür“ bilden aber entscheidende Grundlagen für umweltbewusstes Handeln im späteren Leben.

Die Möglichkeiten des Naturerlebens sind aufgrund der naturräumlichen Ausstattung in Ostwestfalen-Lippe besonders gut.
In Nordrhein-Westfalen gibt es nur wenige Orte, an denen z.B. alte Buchenwälder so beeindruckend wachsen wie im Waldnaturschutzgebiet Egge-Nord, dem neuen Naturerbe-Wald OWL.

Hier haben viele seltene und bedrohte Arten wertvolle Rückzugräume gefunden. Mit Flächen für die natürliche Waldentwicklung und dem Schutz der Buchenwälder soll das Naturerbe-Projekt der Verantwortung für die heimische Biodiversität dienen.
Gleichzeitig sollen Angebote des Naturerlebens und der Umweltbildung junge und alte Menschen für den „Schatz vor der
Haustür“ sensibilisieren und bestenfalls begeistern. Hierfür sind gute Konzepte sowie ansprechende und schutzgebietskonforme Projekte notwendig.

Im Wald kann die ursprüngliche Natur vor der Haustür eindrucksvoll mit Kopf, Herz und Hand erforscht werden. Hier werden Naturnähe und lebendige Vielfalt gefühlt; Naturzusammenhänge lassen sich vermitteln.

Was hat das wichtige und spannende Naturerbe den nachwachsenden Generationen zu bieten? Warum ist das Naturerleben
so wichtig?
Wo erschließt sich der Sinn der Bildung für nachhaltige Entwicklung? Was muss ich wissen und wo darf ich hin? Diese und
weitere Fragen sollen mit einer kleinen Fachtagung als neuer „Naturerbetag OWL“ mit dem provokanten Titel „Ich war noch
nie im Wald!“ erörtert und diskutiert werden.

Flyer

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Katzen die nicht kuscheln wollen

Bild 2 (Jan Preller - Wald und Holz NRW)
(Jan Preller – Wald und Holz NRW)

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert zum internationalen Katzentag

Katzen die nicht kuscheln wollen

Seltene Wildkatzen fühlen sich wieder wohl in NRW

Junge Wildkatzen im Youtube-Video

Der internationale Katzentag, jedes Jahr am 8. August, wurde von der International Fund for Animal Welfare ausgerufen und wird in Deutschland von der TierTafel ausgerichtet. Das Anliegen der Aktion ist es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Katze zu schärfen. Im Fokus dieses Aktionstages stehen die Stubentiger. Die Försterinnen und Förster des Landes NRW meinen allerdings, dass die Wildkatze unbedingt etwas von der Aufmerksamkeit des internationalen Katzentages abbekommen soll. Immerhin ist sie eines unserer seltensten Wildtiere und das Symboltier für Nordrhein-Westfalens Nationalpark. „Der Nationalpark Eifel bietet beste Lebensbedingungen für Wildkatzen und beherbergt rund 50 Exemplare, sagt Michael Lammertz vom Nationalparkforstamt Eifel von Wald und Holz NRW. „Mehr geht auch kaum, denn anders als Hauskatzen beanspruchen Wildkatzen riesige Reviere, in denen sie keine Artgenossen dulden“, so der Forstdirektor. Wildkatzen sind übrigens nicht die Vorfahren unserer Hauskatzen. Deren genetischer Stammbaum führt zur ägyptischen Falbkatze. Wildkatzen sind größer und kräftiger als Miezie und Muschi. Eine männliche Wildkatze, auch Kuder genannt, wird bis zu 8 Kilogramm schwer. Dagegen ist sogar der berühmte Lasagne fressende ComicKater Garfield ein Leichtgewicht. Der auffälligste Unterschied ist aber ihr komplett anderes Verhalten. Wildkatzen sind extrem scheu und mögen keinen Kontakt zum Menschen. „Niemals würde eine Wildkatze kuscheln und schnurren – im Gegenteil, wer ihr zu nahe kommt muss damit rechnen dass er ihre Krallen zu spüren bekommt“, sagt Wildkatzenexpertin Friederike Wolff. Selbst Försterinnen und Förster, die viel in ihren Wäldern unterwegs sind, bekommen nur äußerst selten eine Wildkatze zu sehen. Mehr Glück hatte ein Förster aus dem Forstamt Hochstift bei Paderborn. Mit einer automatischen Wildtierkamera konnte er festhalten, wie eine Wildkatzenmutter mit ihren Jungen ausgelassen in der Abendsonne spielt. Die Aufnahmen entstanden bei der Erforschung der heimischen Wildkatzenbestände. Das aktuell aufgenommene Video Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen Seite 2 von 3 ist auf unserem Youtube-Kanal zu sehen(s.u.) und zeigt, dass die jungen Katzen, die in diesem Frühjahr geboren wurden, schon ziemlich groß, kräftig und gesund sind. Die Wildkatzen profitieren von dem guten Mäusejahr. Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW beobachten die Entwicklung der bedrohten Tierart kontinuierlich, um zu kontrollieren ob die engagierte Naturschutzarbeit im Wald Früchte trägt. Wildkatzen sind anspruchsvoll. Sie brauchen große, ruhige und alte Wälder. Sie sind streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Die größte Gefahr ist der Straßenverkehr. Fast unweigerlich müssen Wildkatzen auf ihren Streifzügen durch ihre großen Reviere Straßen überqueren – jedes Jahr endet das für dutzende Wildkatzen tödlich. Wildbrücken können helfen, die seltenen Tiere vor dem Unfalltod zu bewahren.

Das Wildkatzenvideo der Wildkamera von Wald und Holz NRW sehen Sie auf Youtube-Kanal: https://youtu.be/-GSB6cL_SSA

(Jan Preller - Wald und Holz NRW)

(Jan Preller – Wald und Holz NRW)

 

Der Wald ist voller Geheimnisse

Der Zauber, das Unerklärbare, das Geheimnisvolle des Waldes zieht uns immer wieder in seinen Bann. So auch gestern, als wir uns mit Becherlupe und Küchensieb, Handlupe, Kamera und Kindern aus Altenbeken, Buke und Schwaney auf die Suche  nach großen und kleinen Tieren und deren Spuren begeben haben.  Wir sind dabei auf Neues und Unbekanntes gestoßen und  haben spielerisch den Lebensraum Wald ein Stück erlebt.  Völlig fasziniert wurden Käfer gefangen und studiert,  Schmetterlinge beobachtet und den Stimmen des Waldes gelauscht.  Bei der großen Hitze war die Pause an der Max und Moritz Quelle sehr willkommen, doch nach kurzer Zeit kamen Küchensieb und Becherlupe zum nächsten  Einsatz. So haben viele Kinder zum ersten Mal einen Rückenschwimmer aus der Nähe betrachtet und mit leichtem Entsetzen  Libellenlarven beobachtet. Neben der Forscherei wurden aber auch Fragen zur Jagd und Holzwirtschaft besprochen und überlegt welches Bellen wohl zum Fuchs oder doch zum Reh gehört.  Mit einem Spiegel unter der Nase erlebte die Gruppe den Wald aus ungewohnter Perspektive. Zuletzt wurden die  Sinne beim Riechen und Fühlen noch einmal besonders geschärft.

Der Wald ist voller Geheimnisse
Begrüßung

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Der Wald ist voller Geheimnisse

 

 

Der Wald ist voller Geheimnisse
Libellenlarven und Co

 

Libellenlarven und Co
Libellenlarven und Co
Samuel beim Rückenschwimmer fangen
Samuel beim Rückenschwimmer fangen
Bernhardine der Fuchs
Der Fuchs Berhardine
Von welchem Tier ist das?
Von welchem Tier ist das?
Pause
Pause
Pause
Pause

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Dämmerungswanderung

Völlig überrascht von der Größe der Gruppe begrüßten Norika Creuzmann und Andreas Moese (Waldpädagogen, UBI) und Frederick Lüke ( Vorsitzender, UBI) die 44 Teilnehmer, Klein und Groß aus Bad Lippspringe und Umgebung.                                                                      Je dunkler es wurde, umso spannender und aufregender wurde es im Wald. Wir lauschten den Geräuschen der Nacht, errieten Tierstimmen, haben Aufgaben zur Wahrnehmung bewältigt, beobachteten Glühwürmchen und legten Sternbilder. Zum Abschluss der dreieinhalb stündigen Wanderung konnten alle noch einmal beweisen wie mutig sie sind, indem in kleinen Gruppen oder auch alleine einer Lichterspur durch den Wald gefolgt wurde.

Tiere der Nacht
Tiere der Nacht
Blick über die Senne
Blick über die Senne
Das Naturerbe
Das Naturerbe

 

 

Wildkatzentag

Heimlich und verborgen wohnt die Wildkatze in den Wäldern des Eggegebirges. Wie man allerdings die wilde Verwandte der Hauskatze erkennen kann und wo und wie sie lebt, war der Schwerpunkt des Wildkatzentages für Kinder, die sich als Forscher auf die Suche nach Spuren der Wildkatze begaben. Sie haben ihre Sinne erprobt, Haare von einem Lockstock ab gesammelt und Pfotenabdrücke aus Gips erstellt. Ein Höhepunkt war allerdings ein Fuchs, der völlig entspannt an uns vorbei lief, während die Kinder den Geräuschen des Waldes lauschten.
Mit Jan Preller ( Wald und Holz NRW, Naturschutzzentrum Steinbeke) und Norika Creuzmann ( Waldpädagogin, UBI) haben  die Kinder spielerisch eine Menge über die Wildkatze und  ihre Lebensweise  erfahren und was wir Menschen für die Wildkatze tun können.

Jan Preller
Jan Preller
Wo lebt die Wildkatze
Wo lebt die Wildkatze
Lockstock
Lockstock

 

Alexander
Alexander
Haarprobenbegutachtung
Haarprobenbegutachtung
Riechproben
Riechproben
Wildkatze auf Beutefang
Wildkatze auf Beutefang
Spuren
Spuren
Spuren vom Wolf, Luchs, Fuchs, Dachs und Wildkatze
Spuren vom Wolf, Luchs, Fuchs, Dachs und Wildkatze

Spechtklopfen statt Vibrationsalarm

 Spechtklopfen statt Vibrationsalarm

UBI-Waldaktion des Jugendtreffs Schlangen – Oesterholz                       Bad Lippspringe. Wie erkundet man einen fremden Wald ohne dauernd auf sein Handy zu starren? Und was ist zu tun, wenn die Wetter-App gar keinen Regen gemeldet hat, es aber aus Kübeln schüttet? Kinder des Jugendtreffs Schlangen /Oesterholz erforschten jetzt gut gerüstet den Wald. Und zwar mit wetterfester Kleidung, Becherlupe und Bestimmungsbuch – aber eben ohne das allgegenwärtige Mobiltelefon. Begleitet wurde die Gruppe von den drei Waldpädagogen Andreas Moese, Norika Creuzmann und Bernhardine Denzin von der Umweltbildungsinitiative OWL (UBI).   Start war am Naturschutzzentrum an der Steinbeke in Bad Lippspringe. Kein Handybimmeln erregte hier das Interesse der Kinder, sondern die summenden Insekten eines Bienenstocks. Eine gute Gelegenheit, die Nektarsammler still aus der Nähe zu beobachten und den Erklärungen zur Arbeits-und Lebensweise der Bienen von Andreas Moese zu folgen.

Dass die aufgeworfene Erde auf einer benachbarten Wiese von Maulwürfen stammen wussten die Kinder bereits. Aber der zerwühlte Boden am Waldrand? Das konnte unmöglich von den kleinen Maulwürfen herrühren. Hier haben Wildschweine im Boden nach Nahrung gesucht, erfuhren die staunenden Kinder.  Ein fernes Klopfen stammte nicht von einem Vibrationsalarm, sondern von einem Specht: Seine Wohnungen entdeckten die jungen Naturforscher im Totholz von stehenden und liegenden Bäumen. Beinahe wie bestellt  sauste dann sogar ein Sprung Rehe an der Gruppe vorbei.                                                                                                                Dann ging es ins Detail: Interessante Pflanzen, Fraßspuren, kleine Tiere oder Knochen wurden entdeckt. „Was ist das?“ „Von welchem Tier stammt das?“ Moese beantwortete geduldig die vielen Fragen. Dass Moos ein wichtiger Wasserspeicher ist, erster Sauerklee sprießt, Scharbockskraut viel Vitamin C enthält und zerriebener Bärlauch stark nach Zwiebeln riecht erfuhren die Kinder hautnah.                     Aber Vorsicht! Es gibt auch den gefleckten und nicht gefleckten Aronstab – der ist giftig und darf nicht mit Bärlauch verwechselt werden. Dass bei der Waldexkursion besonders auch die Baumarten eine Rolle spielten lag auf der Hand. Dass Holz ein prima Schutz bei Regen sein kann, probierten die Kinder nach einem Picknick aus: Eine Notunterkunft, in der alle Teilnehmer Platz hatten, durfte stehen bleiben und wir vielleicht beim nächsten Mal wieder besucht.  Denn die Frage, ob die Hütte stehen bleibt und ein Ausflug wie dieser nochmals angeboten wird, beantworteten die Mitglieder  der UBI gerne mit ja.

 

Neue Umwelt-Bildungs-Initiative OWL nimmt Arbeit auf

Naturerbe als Programm

Bad Lippspringe. „Wir werden deshalb ein umfangreiches Naturerlebnisangebot für die Egge entwickeln, um allen Menschen in der Region die Chance zu geben, dem Schatz vor ihrer Haustür mit allen Sinnen begegnen zu können“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel am Mittwoch bei der Vorstellung des Naturerbes Buchenwälder – und spricht damit der Umwelt-Bildungs-Initiative OWL (UBI) aus der Seele. Der in Bad Lippspringe neu gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vermittler zwischen Mensch und der unberührten Natur vor der Haustür zu sein.                                   Als NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann im Juni 2014 beim „Tag der Parke“ die vielen Preise für die Gewinner des Schulwettbewerbs mit 18 Klassen aus neun Schulen überreichte, da war den Organisatoren klar, dass sie fruchtbaren Boden beackerten. Rund 450 Schüler waren begeistert und wollten gerne erneut zu Themenschwerpunkten unter der Führung von Fachleuten den Wald erobern. Dies will die daraus entstandene UBI weiterhin ermöglichen. Ein weiteres Projekt ist die Konzeptentwicklung zur Profilgebung der noch jungen Gesamtschule Bad Lippspringe, die Naturerbeschule werden möchte. Dabei geht es nicht um ein bloßes Etikett, dass sich die Einrichtung aufkleben möchte, sondern um eine Vertiefung der verschiedensten Unterrichtsthemen, um Schulprojekte, um das Erleben des außerschulischen Lernortes Wald – und das möglichst über Schülergenerationen hinweg.                                                       Gleichzeitig möchte UBI weitere Schulen in OWL gewinnen, die ebenfalls einige ihrer Unterrichtsschwerpunkte in Richtung Umwelt ausrichten möchten. Auch Kindergärten sollen hier hineingewoben werden, um so interessierten Eltern die Möglichkeit geben zu können, ihren Kinder bei ihrer schulischen Laufbahn eine ununterbrochene Kette von Umweltbildungsschwerpunkten vermitteln zu können.         Dem Vorstand um die beiden Vorsitzenden Matthias Schmitt und Frederick Lüke schwebt die Vermittlung von Wissen über die Umwelt und die Weitergabe von früheren Erlebnissen in Heimat und Natur vor.  Dabei will die UBI mit anderen Organisationen und Einrichtungen kooperieren .  Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Hochstift, ist bereits offizieller Partner. Kooperationen mit den heimischen Naturschutzverbänden, Waldpädagogen und weiteren Akteuren sind in Planung.

Wollen wichtiges Wissen über die heimische Natur vermitteln: Die Mitglieder der neuen Umwelt-Bildungs-Initiative OWL.
Wollen wichtiges Wissen über die heimische Natur vermitteln: Die Mitglieder der neuen Umwelt-Bildungs-Initiative OWL.

 

 

Presse

 

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Dieser Artikel stand am 13. Februar in der Neuen Westfälischen – und er spricht der UBI aus der Seele.

Hier ist darum der vollständige Text der Studie der Deutschen Wildtier-Stiftung:

Die Emnid-Umfrage, die von der Deutschen Wildtier Stiftung in Auftrag geben wurde, zeigt eine erschreckende Naturferne von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren.

Immer weniger Kinder in Deutschland dürfen auf Bäume klettern, im Wald spielen oder haben die Möglichkeit, Wildtiere zu beobachten. Die Emnid-Umfrage, die von der Deutschen Wildtier Stiftung in Auftrag geben wurde, zeigt eine erschreckende Naturferne von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren. So sind 49 Prozent in dieser Altersgruppe noch nie selbständig auf einen Baum geklettert!

Was vor wenigen Jahrzehnten selbstverständlich war, ist heute selten geworden: Kinder, die draußen in der Natur spielen und herumtoben, auf Bäume klettern, Wildtiere beobachten und Bäche anstauen. „Einer der Gründe könnte die neue Ängstlichkeit der Eltern sein“, sagt Michael Miersch, Geschäftsführer des Forum Bildung Natur. Eine große Mehrheit findet es gefährlich, ihr Kind im Wald spielen zu lassen. Im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung legte das TNS-Emnid-Institut 1003 Eltern folgende Frage vor: „Eine Mutter erlaubt ihrem zehnjährigen Sohn, mit einem Freund im Wald zu spielen. Die Mutter des Freundes ist dagegen. Sie findet, das ginge nur, wenn ein Erwachsener auf die Kinder aufpasst. Wer hat Ihrer Meinung nach Recht?“ 53 Prozent der Befragten stimmten der ängstlichen Mutter zu.

Auch die Beobachtung von Wildtieren gehört für viele Kinder heute nicht mehr zu selbstverständlichen Erlebnissen. 22 Prozent der Eltern gaben an, dass ihre Kinder „nie oder fast nie“ ein frei lebendes Tier zu Gesicht bekommen. „Auffallend ist, dass sich mit dem Alter der Befragten die Einstellung ändert“, betont Miersch. „Man kann sagen: Je jünger die Eltern sind, desto ängstlicher sind sie!“ So sagten 58 Prozent der über 50jährigen: „Ja, mein Kind ist ohne Hilfe auf einen Baum hochgeklettert!“ Aber nur 33 Prozent der unter 29jährigen Eltern beantworten diese Frage mit „ja“.

„Das elementare Wissen über Wildtiere und Pflanzen vor unserer Haustür schwindet rasant“, sagt der Geschäftsführer des Forum Bildung Natur der Deutschen Wildtier Stiftung, Michael Miersch. Dass diese Entwicklung dramatische Folgen hat, beweisen die Ergebnisse, die in dem Buch „Startkapital Natur“ (Oekom Verlag) zusammengefasst sind. In 150 internationalen Studien wird in dem Buch belegt, wie wichtig Naturerfahrungen für die kindliche Entwicklung sind. Spielen im Wald, auf Wiesen und an Bächen fördert nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern auch das Sprachvermögen, das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz. Die sozial- empirischen Befunde sind leicht verständlich, anschaulich und übersichtlich aufgearbeitet. „Startkapital Natur“ entstand in Kooperation des Forum Bildung Natur mit den Erziehungswissenschaftlern Andreas Raith und Prof. Armin Lude von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

„Unser Fazit steht fest: Kinder und Jugendliche brauchen mehr Naturerfahrungen“, sagt Michael Miersch. Er sieht in der Naturbildung für Kinder und Jugendliche eine „gesellschaftliche Herausforderung“ und eine „dringende Notwendigkeit“.

Das Forum Bildung Natur ist mit dem Standort Berlin der Bildungszweig der Deutschen Wildtier Stiftung und engagiert sich für die Naturbildung für Kinder und Jugendliche.